Endlich da! Wir haben die Tour gut überstanden und bereits während der Fahrt viele Eindrücke von Rumänien erhalten.
Gleich nach der Grenze Ungarn / Rumänien ist uns der erste Straßenhund in die Arme gelaufen. Er war sehr zutraulich und hat sich sehr über sein Frühstück gefreut. Obwohl es eine schöne Begegnung war bleibt ein komisches Gefühl zurück, denn wir werden nie erfahren, was aus ihm wird.
Weiter drin im Landesinneren sahen wir eine verfallene Schuhfabrik. Und auch dort lief uns ein herrenloser Hund über den Weg. Er war sehr ängstlich und kam erst dann zu unserer Futterstelle, als wir ein wenig auf Abstand gingen.
Landschaftlich betrachtet kamen wir manchmal aus dem Staunen nicht raus...wunderschön, wenn wir nicht immer wieder durch traurige Bilder zurück in die Realität geholt worden wären. So habe ich heute meinen ersten richtigen Kettenhund gesehen. Ein schönes Tier, angebunden an einer ca. zwei Meter langen Kette. Ein trauriges Freiluftgefängnis.
Bei einer weiteren Pause sahen wir ein kleinen Wohngebiet abseits des normalen Dorfes. Es war eine sehr ärmliche Umgebung, jedoch friedlich. Kinder und Hunde liefen gemeinsam über den Hof. Als uns eines der größeren Kinder sah lief es auf uns zu und bettelte um Essen. Wie sich das anfühlt brauche ich Euch sicher nicht zu erklären.
Auf einem Feld sahen wir einen humpelnden Hund, dem wir leider nicht helfen konnten. Trotz seiner Verletzung nahm er reissaus als er uns sah. Uns blieb nichts anderes übrig, als ein wenig Futter dazulassen. Das letzte Stück durch die Karpaten war beeindruckend und anstrengend. Wir sind noch keine zwölf Stunden in dem Land und schon hin und hergerissen zwischen den unterschieldichen Eindrücken, die es hinterlässt.
In unserer Ferienwohnung lebt derzeit auch Filou zur Untermiete. Seine Schwester wurde im Zwinger totgebissen, er darf Ende der Woche das Land verlassen uns reist in sein neues zu Hause.
Wir holen uns jetzt eine Mütze Schlaf und wappnen uns für den ersten Besuch im Tierheim.

Ankunft im Shelter

Heute sind so viele Eindrücke auf mich eingeprasselt, dass ich diesen Tag in mehrere Abschnitte einteilen möchte. Alles andere würde zu zu viel Verwirrung führen und nicht das widerspiegeln, was wir erlebt haben. Es ist kaum zu glauben, was alles in acht Stunden passieren kann...

Anfangen möchte ich mit unserer Hinfahrt und der Ankunft im Shelter. Schon der Weg zum Transporter war nicht einfach. Gleich mehrere Straßenhunde liefen uns über den Weg. Einer war sehr ängstlich und ist bei unserem Versuch sich ihm mit Futter zu nähern weggelaufen und fast überfahren worden. Ein paar Meter weiter stand eine sehr ruhige Hündin mit dickem Gesäuge. Was das bedeutet brauche ich wohl niemandem zu erklären. Schräg gegenüber eine kleine Hündin mit zwei Welpen, die zwischen den Autos spielten. Ehe ich im Wagen saß (und der Fußweg betrug nur etwa fünf Minuten) war ich schon ziemlich bedrückt, da mich die Machtlosigkeit einfach nur traurig machte. Und selbst wenn die Hunde etwas Futter angenommen hätten – was ist morgen? Was ist übermorgen? Was ist im Winter? Ein Leben ohne Zukunft, täglicher Überlebenskampf...
So fuhren wir nachdenklich los und ich ahnte nicht, dass dies nur der Anfang des Gefühls Hoffnungslosigkeit sein sollte.

Der Empfang am öffentlichen Tierheim jedoch war sehr herzlich. Ein Rudel freilebender Hunde, die vor dem Shelter ihr Revier haben begrüßte uns freudig. Wir haben erst mal eine Runde Futter ausgegeben, alle die es wollten durch geknuddelt und dann die Spenden verladen. Ein wirklich schöner Anfang!